Wenn du beim Einkaufen nur eine Gewohnheit änderst, dann diese: auf den Grundpreis pro Kilo oder Liter schauen statt auf den Packungspreis. Es ist die einzige Zahl, mit der zwei Produkte vergleichbar sind, und die einzige, die ein Produkt entlarvt, das teurer wurde, ohne dass sich das Etikett änderte. Fast jede Entscheidung, die wirklich Geld spart, wird mit dieser Zahl getroffen.
Warum der Packungspreis zum Vergleichen nichts taugt
Weil er Verschiedenes vergleicht. Zwei Gläser passierte Tomaten zu 1,45 € und 1,60 € sagen nichts, wenn eines 350 g und das andere 500 g enthält. Das erste kommt auf 4,14 €/kg, das zweite auf 3,20 €/kg: Das scheinbar teurere ist 23 % günstiger.
Solche Vergleiche stehen in fast jedem Regal, und nicht immer zufällig: Formate existieren auch deshalb, damit Vergleichen Arbeit macht.
Wo diese Zahl steht
Auf dem Regaletikett, fast immer kleiner gedruckt als der große Preis, in der Form „€/kg", „€/l" oder „€/St". In der Europäischen Union schreiben die Preisangaberegeln vor, sowohl den Verkaufspreis als auch den Preis je Maßeinheit anzugeben, wenn Waren nach Gewicht oder Volumen verkauft werden — genau damit Verbraucher vergleichen können. Online steht er meist unter dem Preis oder auf der Produktseite.
Auf dem Kassenbon dagegen taucht er fast nie auf: Du siehst den abgebuchten Betrag und wenig mehr. Deshalb erzwingt der Preisvergleich aus aufgehobenen Bons das Nachrechnen von Hand.
Die versteckte Mengenreduzierung
Das Manöver, den Preis zu halten und den Inhalt zu senken. Ein Liter wird zu 900 ml, eine 250-g-Packung zu 220 g, eine Rolle hat weniger Blätter. Der Packungspreis bewegt sich nicht, also fällt es im Regal nicht auf — und in deiner Erinnerung auch nicht.
Im Grundpreis dagegen ist es nicht zu verstecken: Sinkt der Inhalt bei gleichem Preis um 10 %, steigt der Preis pro Kilo um 11,1 %. Das ist die Zahl, die man beobachtet. Anzeichen: die „neu gestaltete" Packung, die Schachtel, die jetzt höher und schmaler wirkt, oder das gewohnte Produkt, das kürzer reicht, ohne dass du etwas geändert hast.
Vier Fallen beim Grundpreis
- Die Großpackung lohnt sich nicht immer. Die Intuition aller, und sie täuscht öfter als gedacht — besonders wenn die kleine Größe im Angebot ist. Nachsehen, nicht annehmen.
- Auf die Bezugseinheit achten. Manche Kategorien werden je Stück angegeben, andere je Abtropfgewicht. Konserven pro Kilo über das Nettogewicht statt das Abtropfgewicht zu vergleichen bevorzugt künstlich die mit mehr Flüssigkeit.
- Konzentrat gegen gebrauchsfertig. Ein Konzentrat-Waschmittel und ein normales sind pro Liter nicht vergleichbar; vergleiche pro Dosis oder pro Waschgang.
- Billig pro Kilo, aber weggeworfen. Läuft die Großpackung ab, bevor du sie aufbrauchst, ist der echte Preis das Gezahlte geteilt durch das Genutzte.
Wie daraus Entscheidungen werden
- Nimm die zehn oder fünfzehn Produkte, die du am häufigsten kaufst. Dort multipliziert sich ein kleiner Unterschied mit der Häufigkeit und wird zu echtem Geld.
- Notiere ihren Grundpreis, nicht den Packungspreis.
- Vergleiche zwischen den Läden, in denen du üblicherweise einkaufst. Bei Markenprodukten ist das ein direkter Vergleich: buchstäblich derselbe Artikel — die Differenz ist also Geld, das du ohne Gegenleistung liegen lässt.
- Sieh alle paar Monate nach. Gesucht ist nicht der heutige Preis, sondern die Veränderung: Steigt etwas pro Kilo, ohne auf dem Etikett zu steigen, weißt du, was passiert ist.
Mit dem Taschenrechner im Gang geht das, ist aber mühsam — und hält deshalb nicht. Grotally macht es vom Bon aus: Es normalisiert jede Zeile auf den Grundpreis und vergleicht dasselbe Produkt zwischen Läden und über die Zeit, damit die Entscheidung fertig bei dir ankommt. Den vollen Hintergrund gibt es in warum dein Einkauf stärker steigt als der Index, die Methode zum Aufschlüsseln in wohin dein Geld im Supermarkt wirklich geht.